Sanierungsstart für historisches Torhaus Wellingsbüttel

Denkmalgeschütztes Fachwerkgebäude im Alstertal bleibt als Kulturort erhalten
Das Torhaus Wellingsbüttel wurde im Jahr 1757 im Auftrag des Gutsherren Theobald Joseph von Kurzrock errichtet und war damals stark in den landwirtschaftlichen Alltag des Gutslebens integriert. Es ist eines der wenigen erhaltenen Bauwerke aus dem Barock in Hamburg. Aufgrund seiner Bedeutung für das Quartier ist es heute ein beliebtes Ausflugsziel und Wahrzeichen des angrenzenden Alstertals. 1938 hat die die Stadt Hamburg das gesamte Gut Wellingsbüttel, mit Herrenhaus und Torgebäude erworben. Auf Initiative des Alstervereins e. V. und des Bürgervereins Wellingsbüttel e. V. fand bereits im Jahr 1952 eine Restaurierung des linken Gebäudeteils statt, wo seit 1957 das Alstertal-Museum seinen Platz gefunden hat. Inzwischen ist das Haus ein Ort für Kulturveranstaltungen aller Art. Ab heute startet die grundlegende Sanierung des Gebäudes.
Rund fünf Jahre musste der Bürgerverein auf die Baugenehmigung warten. Der Sanierungsstart kommt rechtzeitig zum 125-jährigen Jubiläum des Alstervereins.



Geplante Wiedereröffnung Ende 2026
Die geplanten Arbeiten beziehen sich auf bauliche sowie technische Sanierung des historischen Fachwerkgebäudes, wobei auch die Optimierung der energetischen Ausstattung im Vordergrund steht. Dabei sollen bis zu 80 Prozent CO2 eingespart werden. Die Sanierungen finden in enger Absprache der Sprinkenhof GmbH mit dem Denkmalschutzamt statt. Für die Umbauarbeiten sind im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells rund 6,7 Millionen Euro vorgesehen. Nach jetzigen Planungen soll das frisch sanierte Gebäude Ende 2026 Wiedereröffnung feiern. Damit bleibt das Torhaus Wellingsbüttel als wichtiger Kulturort im Stadtviertel erhalten. Kulturveranstaltungen finden in der Zeit des Umbaus im zwei Kilometer entfernten Schulungshaus von Hamburg-Wasser statt.
„Insbesondere die hohen denkmalschutzrechtlichen Anforderungen an die Sanierung, gepaart mit der besonderen Bestandssituation erfordern die Expertise der Beteiligten. Das historische Fachwerk erhält mit der umfangreichen Instandsetzung eine langfristige Perspektive“, sagt Martin Sowinski, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH.
Julia Barthe, die Vorsitzende Bürgerverein Wellingsbüttel hob die gesellschaftliche Bedeutung der Kultur über reines Veranstaltungswesen hinaus mit einem Zitat hervor: „Richard von Weizsäcker prägte den Satz: Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder nach Belieben streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.“
Fotos: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de